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Colum McCann: Verschwunden

Das neue Buch des Iren Colum McCann ist eine abgründige Erzählung von nur 96 Seiten: "Verschwunden" beschreibt die schwierige Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem gehörlosen Adoptivsohn. Als der Junge verschwindet, durchleidet sie eine Hölle aus Selbstvorwürfen.

Die Geschichte beginnt wie ein Krimi. In einem kleinen irischen Dorf wird ein Junge vermisst: der 13-jährige Tomas, ein russisches Waisenkind, er ist taubstumm. Rebecca hat ihn adoptiert, als er sechs war, seit ein paar Jahren leben sie in dem Haus an der Atlantikküste. Zu Weihnachten schenkte sie ihm − sein größter Wunsch − einen Neoprenanzug. Am Morgen danach sind Tomas und der Anzug verschwunden. Das ganze Dorf sucht nach ihm, in den Klippen, am Strand, auf dem Meer. Plötzlich taucht er auf. Aus dem Nichts. Er ist unversehrt. Kein Missbrauch, keine Verletzungen. Bloß, wo ist er gewesen?

Es gibt keine Antwort auf diese Frage. Der Leser bleibt mit dem Rätsel des Verschwindens des Jungen allein.

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